Das Leben als Fernstudent

 

 

Jeder der studieren will steht nach dem Abitur vor dieser einen Frage: Was studiere ich und wie? Dieser Artikel beschreibt die Herausforderung und die Verantwortung, welche man zu tragen hat, wenn man sich für das Fernstudium entscheidet!

 

 

Für mich war schon von Anfang an klar, ich möchte nicht nur theoretisches Wissen erlangen, sondern auch praktisches, weshalb ich eine Ausbildung einem Studium vorzog. Allerdings immer mit den Hintergedanken, irgendwann doch noch studieren zu wollen. Nur wusste ich nie so ganz, in welche Richtung ich eigentlich wollte. Mich faszinierten sehr unterschiedliche Themengebiete, zu denen ich auch immer eine gewisse Affinität besaß. Ich kam schnell mit Computern und Programmen klar, ich wollte mich kreativ entfalten, ich war gut in meinem Nebenjob als Kellnerin, war von Sprachen begeistert und mochte im Schulleben immer eine gewisse Ordnung. 

 

 

 

 

Aber wie konnte ich all diese minimal ausgeprägten Talente vereinen?!

Nach fast einem Jahr suche haben mich meine Eltern auf den Beruf Hotelfachfrau gebracht. Ein sehr anstrengender und fordernder Job, aber wer sich einen guten Ausbilder sucht und immer am Ball bleibt, wird belohnt. Denn in dieser Ausbildung vereinen sich viele verschiedene Berufe zu einem. Man arbeitet in Service, Housekeeping, Rezeption, Küche, und bei einer gewissen Größe des Betriebes auch in verschiedenen Büroabteilungen. Während meiner Ausbildung mochte ich vor allem die Büros für Buchhaltung und Marketing, meine Vorliebe für Kreatives und Ordnung kam also immer wieder zu mir zurück.

 

Aber konnte ich nach meiner Ausbildung direkt in ein Studium wechseln? Leichter gesagt als getan, wie vielen anderen fiel es auch mir schwer, nach meinen ersten Jahren mit selbst verdientem Geld, wieder gänzlich darauf zu verzichten. Ich sagte mir „Erstmal ein bisschen arbeiten, sparen und dann studieren“… aber wie so oft wird aus solchen Vorhaben erstmal nichts.

Bis ich auf die für mich ideale Lösung kam: Fernstudium. Aber wie viel kostet sowas und wie viel Zeit muss ich investieren? Bin ich dafür geeignet und gibt es eine Uni, bei der ich wirklich alles online machen kann? Schließlich wusste ich über einige Kollegen schon, dass Prüfungen meistens dennoch mit Anwesenheit absolviert werden müssen und das zumeist an einem Samstag. Was für mich ein Problem darstellte, schließlich arbeite ich in der Gastronomie und kann mir da nicht ständig die Samstage für Prüfungen freihalten.

 

Ich machte mich also an die Recherche, über ein halbes Jahr hinweg sammelte ich Broschüren verschiedener Fernuniversitäten und machte mich im Internet über jegliches Feedback her. Auch beriet ich mich mit Familie und Freunden, denn war ich überhaupt für so etwas geeignet? Welche Eigenschaften sollte man mit sich bringen? Ich kann nicht auf die Allgemeinheit schließen, aber ich war mir ziemlich sicher, dass man schon gewisse Charakterzüge besitzen sollte, denn man darf nicht vergessen: Es handelt sich hier i.d.R. um ein Vollzeitstudium neben einem Vollzeitjob.

Wer also nicht unbedingt ehrgeizig, zielstrebig und konsequent ist, sollte es vielleicht lieber lassen, denn man investiert hier eine Menge Geld.

Auch ist es meiner Meinung nach wichtig, sich eine tägliche Routine zu erarbeiten, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und welche Vorteile bietet das Fernstudium bislang für mich,

welchen Studiengang habe ich mir ausgesucht

und welche Universität?

 

Ein Fernstudium bietet eine Menge Vorteile, aber auch einige Nachteile. Man muss hier für sich selbst erwägen, was einem wichtiger ist.

Mir persönlich waren große Flexibilität, Online-Klausuren und eine monatliche Ratenzahlung wichtig. Da ich in der Gastronomie an Schichtarbeit gebunden bin, muss ich meinen Zeit- und Lehrplan immer wieder neu ausarbeiten, mal brauche ich für einen Kurs nur 1-2 Wochen mal 1-2 Monate. Flexibilität war hier also ein Ausschlaggebendes Argument, da ich mich nicht an vorgegebene Kurszeiten halten kann.

 

Leider kommt das Privatleben als Fernstudent mit Job oft zu kurz, und man ist schnell mal mit der großen Last überfordert. Auch mir ging es zu Beginn so, da ich nicht wusste, wo vorne und hinten ist.

Was war mir am wichtigsten? Ich wollte alles so schnell wie möglich durchziehen und habe dabei ganz vergessen, auf mich und meine Gesundheit zu achten. Ich hatte ständig Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme, aufgrund zu hoher Belastungen. Weshalb ich, nach Rücksprache mit meinem Chef und Feedback von Kollegen, für mich entschieden habe, mit meiner Arbeitszeit etwas runter zu gehen und nur noch als Teilzeitstelle zu fungieren.

Hier gibt es verschiedene Variationen, entweder jeden Tag 6 Stunden arbeiten (wo ich mir aber ziemlich sicher war, dass man mir nicht garantieren kann, dass das auch so klappt) oder 4 Tage volle 8 Stunden arbeiten aber dafür 3 freie Tage zu haben. Ich entschied mich also für letzteres, was bei mir ab Februar dann auch vertraglich geregelt ist. Bis dahin habe ich mir eine Routine erarbeitet, mit der ich auch immer noch etwas von meiner Freizeit für Freund(e) und Familie nutzen kann.  Bei fünf regulären Arbeitstagen lerne ich zum Beispiel nur an vier von diesen noch nach der Arbeit. So habe ich immer einen Abend in der Woche frei. Und einen meiner beiden freien Tage nutze ich wirklich nur für mich, keine Uni, kein Lernen. So bin ich auch viel ausgeglichener.

Es ist also wirklich enorm wichtig, vorher schon zu wissen auf was man sich einlässt und seinen Alltag zu planen.

Wer sich für ein Fernstudium entscheidet sollte sich einen täglich, wöchentlichen und monatlichen Plan erarbeiten, was wann ansteht. Welche Kurse man in welcher Reihenfolge belegen möchte, ob mehrere gleichzeitig oder nur einen zurzeit und wie lange man jeweils für einen Kurs brauchen will. Aber allem voran solltet ihr Konsequent sein. Ich kenne genügend Leute, die sich gesagt haben, „Ach das kann ich auch morgen oder nächste Woche machen, ich will mich mal nach Feierabend ausruhen!“  - wer so denkt verliert schnell den Überblick und hängt im Handumdrehen hinterher.

Und welcher Studiengang ist es letzten Endes geworden? Lange schwankte ich zwischen einem reinen Marketing-Studium und einem BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing. Ich entschied mich dann aber für Letzteres, einfach um mir selbst eine gewisse Sicherheit zu geben. Selbst wenn ich zu Beginn keinen Job im Marketing finde, bietet mir die BWL eine Sicherheit in eine Menge anderen Bereichen. Fast wie meine Ausbildung selbst. Klar, BWL ist ein sehr „bevorurteilter“ Studiengang – dennoch ist er sehr variabel. Man kann in die Buchhaltung, Personalwirtschaft, Logistik, oder andere Fachbereiche vertiefen, und ist immer für Jobs in Führungspositionen ausgebildet. Also ja, ich bin zufrieden mit meiner Wahl! 

Bei der Wahl der Universität war ich leider etwas beschränkter. Ich fand                nur eine Fernuni, die Klausuren sowohl online als auch mit Präsenz                          anboten. Die Internationale Hochschule Bad Honnef – kurz IUBH. Zum Glück          hatte ich zwei Kollegen, die mit dieser Universität schon vertraut waren.                Beide konnten mir vorwiegend positives berichten, dadurch fiel mir meine          Entscheidung nicht all zu schwer.

 

 Alles in allem bin ich immer noch sehr glücklich mit meiner Entscheidung, auch wenn sie mein Leben zu Anfang vollkommen auf den Kopf gestellt hat. Ich hätte mich vielleicht noch besser informieren und vorbereiten können, weshalb ich froh bin, hier über die The Friendly Student Plattform meine Erfahrungen mit euch teilen zu können. So kann ich euch  wenigstens vorher etwas helfen.

 

Stellt mir also gerne Fragen oder Anregungen zu neuen Themen.

 

                                           

 

 

Allerliebste Grüße,

 

 

Janet Henneck

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