Buchempfehlungen für das erste Semester des Medizinstudiums

Prometheus, Welsch, Horn – am Anfang des Studiums fragt man sich, was es denn mit diesen Namen auf sich hat. Zu Beginn hätte ja auch keiner ahnen können, dass sich hinter diesen Namen dicke Wälzer befinden, die einem das Leben im ersten Semester schwieriger machen, als es schon ist.

 

 

Probieren geht über Studieren;

eine Devise, die sich auch im ersten Semester des Medizinstudiums auszahlt. Am Anfang des Studiums sieht man sich oft konfrontiert mit unzähligen Fächern, hat aber keine Ahnung, wie und womit man überhaupt lernen soll. Schneller als man dann denkt, greift man zu den dicken Wälzern, die der Prof in der Vorlesung ausdrücklich empfohlen hat (und an denen er natürlich mitgeschrieben hat). Dass dies eigentlich nicht nötig ist, ist eine Erfahrung, die viele am eigenen Leib erfahren – und dann oft schon so spät, dass die ideale Prüfungsvorbereitung darunter zu leiden hat.

Lehrbücher sind ein Fluch und Segen.

 

Lehrbücher sind ein Fluch und Segen. Auf der einen Seite jagen sie einem bereits durch ihr imposantes Erscheinungsbild Angst ein und bringen einen an den Rand der Verzweiflung, weil man nicht weiß, wie man den Stoff jemals bewältigen soll, auf der anderen Seite läuft man damit aber nicht in die Gefahr, das winzigste Detail beim Lernen zu übersehen. Auch hier gilt: die Mischung macht’s! Hier meine Lebensretter; auch, wenn an jeder Uni andere Fächer Bestandteil des ersten Semesters sind:

 

 

 

Endspurt Vorklinik – Reihe

 

 

Die Endspurt-Reihe vom Thieme Verlag kommt bei vielen Medizinstudenten oft erst zum Einsatz, wenn das Physikum vor der Tür steht. Oft bleibt dann nicht mehr großartig Zeit, um ganze Lehrbücher durchzuarbeiten – mit dem Endspurt-Paket kann man sich sicher sein, das Wichtigste vor dem Physikum wiederholt zu haben. Bestenfalls hat man das Meiste, so utopisch es in manchen Fächern doch ist, noch drauf, wenn der Kampf mit den Lernpaketen beginnt. Auch die farbliche Hervorhebung der wichtigen Fakten für das Physikum ist hilfreich; vorausgesetzt, man studiert im Regelstudiengang. Für den Modellstudiengang sind die IMPP-Fragen nämlich irrelevant.

 

Ich persönlich habe bereits am Anfang des ersten Semesters angefangen, mich mit Endspurt-Skripten anzufreunden. Das liegt einerseits daran, dass ich gezielt auf die Klausur hin lernen wollte, und andererseits daran, dass mir die Standardlehrwerke an sich nicht geheuer sind – und meistens bestenfalls als Deko im Bücherregal dienen. Der Sinn des Ganzen ist aber auch, auf diese Weise vom Groben ins Detail zu lernen, und nicht mit dem winzigsten Detail anzufangen, und später Panik vor der Klausur zu bekommen, weil man das große Ganze noch gar nicht verstanden hat.

 

Anatomie: Prometheus und AMBOSS Wissen

 

Als es an das Fach Anatomie ging, wurde mir wahrscheinlich mehr als einmal gesagt, ich solle mir neben dem Prometheus-Atlas mit vielen Bildern und wenig Text noch ein dickes Lehrbuch kaufen. Gesagt, getan. Ehe ich mich versah, war ich stolze Besitzerin einer „Dualen Reihe Anatomie” (Achtung: 1332 Seiten), in die ich einmal hineingeschaut habe, um zu merken, dass sie viel zu textlastig ist und der Schreibstil mir nicht zusagt. Seitdem gibt sie ein schönes Dekostück in meinem Bücherregal ab – die Hoffnung, sie irgendwann vielleicht doch noch zu nutzen, bleibt. Trotz aller Bedenken habe ich es trotzdem mit nur einem Anatomie-Atlas geschafft, die Klausur und das Testat der Anatomie erfolgreich zu bestehen. Oft habe ich auch noch AMBOSS Wissen genutzt, und so die Fakten aus dem Prometheus ergänzt und überprüft.

 

 

 



Histologie: Endspurt-Histologie und virtuelle Online-Mikroskope

 

In Histologie habe ich primär mit den Endspurt Histologie gelernt. Falls mir hier die Informationen zu ungenau waren, habe ich den „Taschenatlas Histologie” von Wennemuth herangezogen, den ich sehr präzise geschrieben finde. Auch das „Taschenlehrbuch Histologie” von Lüllmann-Rauch sowie das Standardlehrwerk vieler Universitäten („Lehrbuch Histologie”, Welsch) habe ich inspiziert – hier hatte ich das Problem, dass meiner Meinung nach die Autoren nicht auf den Punkt kommen, und sehr ausschweifend (aber auch sehr detailliert, wie man zugeben muss) die Themen erklären. In Histologie besteht grundsätzlich das Problem, dass man hier für Testat und Klausur anders lernen sollte. Für das Histologie-Testat kann ich die „Sobotta Lernkarten Histologie” als auch virtuelle Online-Mikroskope, wie das der Uni Bern (Morphomed), wärmstens empfehlen. Für die Klausur sollte man neben dem Endspurt- Histologie tatsächlich einmal einen Blick in ein Lehrbuch werfen, wenn man auf der sicheren Seite stehen will.

 

 

Chemie: Erste Hilfe – Chemie und Physik für Mediziner

 

Mein persönlicher Endgegner: Chemie. Jeder zweite Medizinstudent wird euch hier vermutlich zum „Chemie für Mediziner” von Zeeck raten, den auch ich anfangs genutzt habe. An sich ein ganz gut geschriebenes Buch, auch für Laien verständlich. Nach einigen Kapitel fehlt mir hier aber der rote Faden und ich als jemand, dessen Lieblingsfach nicht Chemie ist, konnte den Gedankengängen im Lehrbuch irgendwann schwer folgen. Stattdessen kam ich besser mit dem „Erste Hilfe – Chemie und Physik für Mediziner” von Schatz und Tammer sowie YouTube-Videos von Kanälen wie „headstartmedizin” oder „alteso.de” zurecht. Hierbei muss man aber auch erwähnen, dass mein Wissen in diesem Fach sich auf praktisch Null belief.

 

Biologie, Physik, MedSoz und weitere kleine Fächer: Endspurt-Skripte und Vorlesungsfolien

 

In “kleinen” Fächern wie den oben erwähnten habe ich oft und gerne zu den Endspurt-Heften gegriffen, und viel mit den Vorlesungsfolien gelernt. Oft blieb im Semester nicht noch wirklich Zeit, für diese Fächer noch in ein Lehrbuch zu schauen. Und auch hier hat es gereicht – es muss also nicht immer das dickste Lehrbuch sein, sondern die richtige Strategie.

 

Alles in allem kann ich sagen, dass die Endspurt-Reihe für mich im ersten Semester das Fundament für jedes Fach war. Diese Basis habe ich dann dementsprechend mit Lehrvideos, Lernkarten, Vorlesungsfolien und ab und zu auch einmal einem Lehrbuch ergänzt. Hilfreich ist es zudem, euch Altklausuren anzuschauen, um euch ein Bild davon zu machen, wie tief der Stoff geprüft wird. Nichtsdestotrotz beruhen diese Tipps und Erfahrungen auf meiner subjektiven Meinung – je nach Uni oder auch eurem Lerntyp werden die Meinungen bei der Bücherwahl auseinander gehen.

 

 

In diesem Sinne:Viel Erfolg im ersten Semester!

 

Ich hoffe, ihr übersteht es reibungslos!

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                   Autorin;

 

                                                                                                                                                                                                                                                                   Beyza Saritas

 

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